1889
Friedrich Graepel AG – Löningen
Als Firmengründer Hugo Graepel Ende des 19. Jahrhunderts in Budapest erste Lochbleche entwickelte, legte er den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. 1909 startete die Produktion in Deutschland, heute wird das Familienunternehmen in vierter Generation von Carlo und Felix Graepel geführt. Der Stammsitz im niedersächsischen Löningen ist dabei Herz und Impulsgeber zugleich.
Graepel fertigt Lüftungsgitter, Lochbleche, Auftritte, Laufstege und komplexe Baugruppen für Fahrzeuge, Maschinen- und Anlagenbau sowie Architektur. Ob Landmaschinen, Lkw, Sportwagen wie die Corvette ZR1 oder Schienenfahrzeuge – überall sorgen die Produkte für Sicherheit und Funktionalität. „Creating Safety“ lautet da rum auch das Firmenmotto – Sicherheit für Mensch und Motor auf Schritt und Tritt.
Die modernen Lüftungsgitter von Graepel vereinen enorme Luftdurchlässigkeit mit Stabilität: Auf einem Quadratmeter können bis zu 185.000 präzise gestanzte Öffnungen liegen, getrennt durch filigrane Stege von nur 0,4 Millimetern Stärke. Dass diese Konstruktionen Vibrationen, Temperaturschwankungen und Korrosion standhalten, ist Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung und konsequenter Qualitätsarbeit. „Unsere Kunden vertrauen uns und binden uns in ihre Ideenfindung, Planung und Entwicklung als starken Partner mit ein, sodass wir maßgeblich am Entstehungsprozess der Produkte beteiligt sind“, sagt Carlo Graepel.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die außergewöhnlich hohe Fertigungstiefe. Von der gemeinsamen Bauteilentwicklung mit dem Kunden über den eigenen Werkzeug- und Prototypenbau bis zur Serienfertigung inklusive Oberflächenveredelung kommt bei Graepel alles aus einer Hand. Rund 4.000 selbstentwickelte Werkzeuge sind im Haus aktuell im Einsatz. Moderne CNC-Technik, Pressen, Schweißarbeitsplätze und eine ausgefeilte Oberflächenbehandlung mit KTL-Grundierung (Kathodische Tauchlackierung) und Pulverbeschichtung sichern zertifizierte Qualität – und verschaffen den Lüftungsgittern selbst nach der Lackierung einen optimalen Luftdurchsatz für immer stärkere Motoren.
Mit weltweit rund 1.000 Beschäftigten an Standorten in Deutschland sowie Niederlassungen in den USA, Ungarn und Indien produziert Graepel auf drei Kontinenten und beliefert Kunden in mehr als 30 Ländern – darunter Caterpillar, Claas, Daimler, General Motors, Honda und MAN. 2024 behauptete sich die Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld mit einem Umsatz von 138,2 Millionen Euro knapp unter Vorjahresniveau. „Mit der Umsatzentwicklung sind wir nicht zufrieden“, betont Carlo Graepel. „Wir kommen dennoch gut dabei voran, in unseren Kernsegmenten zu wachsen und neue Branchen zu erschließen.“ Mit einer Entspannung der wirtschaftlichen Situation rechnet der Firmenchef aber auch für 2026 nicht.
In Sachen Nachhaltigkeit setzt das Unternehmen unter- dessen Zeichen. 2024 veröffentlichte Graepel erstmals einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Bereits heute kommen Stahlschrott und hohe Anteile recycelten Aluminiums zum Einsatz, zudem tragen Photovoltaikanlagen an den Standorten in Löningen, Ungarn und Indien zur Stromversorgung bei. Immer wieder neue Produktfelder wie etwa Lösungen zur Stadtbegrünung zeigen, wie Graepel norddeutsche Bodenständigkeit mit internationaler Innovationskraft verbindet.



Fotos: Friedrich Graepel AG, Chevrolet